Immer schön „danke“ sagen!
Jeder erinnert sich wahrscheinlich an diese „Erziehungsformel“, weil er sie entweder selbst gehört, oder seinen Kindern weitergegeben hat. Dankbarkeit gehört zum 1×1 des Benehmens. Knigge und ich sagen: „Amen dazu!“
Doch welche Rolle spielt Dankbarkeit in unserer Beziehung zu Gott? Möchte Gott nur, dass wir anständige Kinder sind, die immer brav „danke“ sagen, weil Er das so gerne hört? Ist Dankbarkeit wie eine Währung, mit der wir die überschwängliche Gnade, die wir von Gott empfangen haben, zumindest ein wenig zurückzahlen?
Der Slogan einer berühmten Missionsgesellschaft haut genau in diese Kerbe: „Mission ist Dank für Golgatha!“ Es geht mir nicht um die Bewertung der Missionsgesellschaft – ich glaube nur, dass hinter dieser Aussage ein biblischer Denkfehler steckt. Dass unsere Nachfolge, unser Gehorsam, unser Dienst durch Dankbarkeit Gott gegenüber motiviert wird, klingt zwar richtig – ist aber nicht biblisch! Wir ehren Gott, die „Niagarafälle der Gnade“ nicht dadurch, indem wir unsere kleinen gefüllten „Pappbecher der Dankbarkeit“ zu Ihm bringen. Wenn Gott uns zur Dankbarkeit auffordert, dann nicht, weil es Ihm dient, sondern uns. Wer Dank opfert, verherrlicht mich und bahnt einen Weg; ihn werde ich das Heil Gottes sehen lassen (Ps. 50,23). Dankbarkeit vergrößert Seine Herrlichkeit nicht - sie macht sie aber sichtbarer und das ist gute Nachricht für uns! Dankbarkeit baut eine „Autobahn“ für uns, damit Gott uns noch mehr beschenken kann. Gott möchte, dass wir frei werden von einer falschen Pflichterfüllung, die unser „Gnadenminus“ durch geistliche Klimmzüge abbezahlen will. Ob ich als Nachfolger Jesu über die Jahre wachse, erkenne ich daran, ob ich immer mehr Gnade verbrauche und nicht weniger. Der Glaube an noch mehr zukünftige Gnade ist die zentrale biblische Motivation zur Nachfolge! Diese Erkenntnis kann das Gebot: Seid dankbar allezeit…(1Thess. 5,18) von einem moralischen Zeigefinger in eine liebevolle Einladung unseres himmlischen Vaters verwandeln. In diesem - vielleicht neuen Sinne – immer schön “danke” sagen!
Euer Wolfie
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