Spieglein, Spieglein an der Wand…
Selbst „unfromme“ Soziologen beobachten einen gesellschaftlichen Trend zu immer mehr Selbstbewusstsein und Selbstverliebtheit. Superstar-Shows belegen schmerzhaft, dass viele (nicht alle) die Bodenhaftung komplett verloren haben und völlig beratungsresistent sind. Die gut gemeinte Botschaft: „Gott liebt dich“ – kann auf einem narzisstischen Nährboden vollkommen nach hinten losgehen und eine ichzentrierte Liebesbotschaft noch verstärken: „Gott liebt mich? Find ich stark! Ich lieb mich nämlich auch ganz fest. Ich find mich super, ich kann toll singen und ich hab die Haare schön!“
Diese verdrehte, menschenzentrierte Liebe wird manchmal sogar noch als biblisch verkauft.
Jesus dagegen bringt seine vollkommene göttliche Liebe mit folgendem Gebet zum Ausdruck: Vater, ich will, dass die, die du mir gegeben hast, dort sind, wo ich bin. Sie sollen bei mir sein, damit sie meine Herrlichkeit sehen…(Joh. 17,24).
Die biblische, befreiende und beglückende Liebe ist Gott-zentriert und nicht Menschen-zentriert! Wahre Liebe hilft Menschen die „Spiegel“ der Ichzentriertheit aus der Hand zu legen und stattdessen die Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu zu sehen und zu bejubeln. Im Himmel wird es keine Spiegel mehr geben und wir werden sie auch nicht vermissen, weil uns die Herrlichkeit Gottes in Beschlag nehmen wird und wir uns darüber selbst vergessen werden.
Folgendes Zitat fasst die verzerrte Vorstellung von Liebe genial zusammen - lies es langsam, lies es bewusst und lass dir die Wahrheiten auf Zunge und Herzen zergehen!
“Geliebt zu werden, bedeutet für die meisten Menschen, dass man immer gut über sie denkt. Fast alles in unserer westlichen Kultur dient dieser falschen Darstellung von Liebe. Auf tausenderlei Weise wird uns beigebracht, Liebe bedeute, das Selbstwertgefühl des anderen zu erhöhen, ihm zu helfen, gut über sich zu denken – ihm einen Spiegel zu reichen und ihm zu helfen, das, was er sieht, zu mögen. Das versteht die Bibel jedoch nicht unter Gottes Liebe. Liebe tut das Beste für jemanden. Doch das Ich zum Gegenstand unserer innigsten Zuneigung zu machen, ist nicht das Beste für uns. In Wirklichkeit ist es eine gefährliche Ablenkung. Wir wurden geschaffen, um Gott zu sehen und uns an Ihm zu erfreuen! Gott den Menschen vorzuenthalten, heißt, sie nicht zu lieben. Sie gut über sich denken zu lassen, obwohl sie sich an Gott erfreuen sollten, ist so, als würde man jemanden in die Alpen mitnehmen und ihn dann in einen Raum voller Spiegel einsperren.”
Euer Wolfie
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