Schlaf, Kindlein, schlaf…
Ich „verschlafe“ rund ein Drittel meines Lebens…und Du auch! Wieso hat Gott das so eingerichtet? Er hätte uns doch sicherlich auch ohne dieses Bedürfnis erschaffen können. Er selbst schläft ja auch nicht (Ps. 121,4). Was könnte man mit dieser extra Zeit nicht alles anfangen – mehr Zeit für die Familie, mehr Urlaub, einen extra Job nebenbei, endlich Zeit für Bibel und Gebet etc. Natürlich hat der Schlaf auch seine schönen Seiten – aber wie oft leiden wir unter Müdigkeit und Schlaflosigkeit! Was hat sich Gott bei Seiner „Erfindung“ gedacht – what´s the point? Die berühmte Stelle in Psalm 127,3 gibt uns einen Hinweis: Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und spät aufbleibt und sauer erworbenes Brot esst; solches gibt er seinem Geliebten im Schlaf!
Diese Bibelstelle ermutigt natürlich nicht zu Passivität und Faulheit. Der Punkt in dem gesamten Psalm ist, dass Gottvertrauen besser ist, als rein menschliches, sorgenvolles Abmühen und dass ein Leben, das mit Gottes Hilfe rechnet fruchtbarer ist, als ein Leben, das sich allein auf die eigenen Anstrengungen verlässt. Schlaf selbst ist ein Geschenk (so übersetzen hier auch die englischen Bibeln). Ein Geschenk, das uns jeden Tag daran erinnert, dass Er Gott ist und wir nicht – dass Er die Kontrolle hat und wir nicht. Jedes Mal, wenn wir ins Kissen beißen, erhalten wir eine neue Gelegenheit unser Vertrauen zum Ausdruck zu bringen, dass Gott das Universum, unser Leben und unsere Belange in der Hand hält, selbst wenn wir schlafen wie ein Stein. Das ist demütigend, aber auch befreiend. Wir wissen uns geborgen in den Armen eines liebevollen, starken Gottes, der nie schläft und der über unserem Leben wacht. In diesem Sinne: Schlaf, Kindlein, schlaf!
Euer Wolfie
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